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Die 5 Berliner Musiker, haben nun ihr drittes Album "Blind Camera" auf den Markt gebracht. Im März 2004, auf Tour mit HIM, waren sie in Zürich und Biel zu hören.

Sven, es freut mich dass du dir kurzfristig Zeit nimmst, ein paar Fragen zu beantwor-ten. Magst du Horrorfilme? Welche Szene ist dir in Erinnerung geblieben?
Ich sehe Horrorfilme recht selten. Das letzte, was ich gesehen habe war Ghost Ship und da ist mir auf jeden Fall die Anfangsszene in Erinnerung. Danach geht's aber eher weg vom Horror- Genre, trotzdem ist der Film gut gemacht... Den Horror hol ich meist über PC Games nach Haus. Ich mag so Sachen wie die Silent Hill Spiele, Alone in the Dark, Nocturne. Man muss nur immer ewig warten, bis was neues auf den Markt kommt. Bei Spielen mag ich’s gern düster, atmosphärisch und ruhig auch blutig...

Für die Leser, die Zeraphine noch nicht kennen, kannst du Eure Musik und die Idee dahinter beschreiben?
Ähm, ich denke unsere Musik liegt irgendwo zwischen Goth- und Alternative Rock. Wir be- nutzen Elemente von beidem, aber auch viel Elektronik und Programmings. Es fällt mir schwer, uns mit anderen Bands zu vergleichen, da wir wohl, wie ich finde, recht eigenständig s? klingen. Die Idee ist eigentlich recht einfach. Musikalisch wollen wir unsere Lieblingsmusik machen und textlich den Hörer ansprechen. Zusammen mit der Musik scheint das auch ganz gut zu funktionieren...

Die Texte gehen unter die Haut und lassen viel Spielraum für Emotionen, wohin willst du die Hörer führen?

Eigentlich versuche ich die Emotionen, die ich beim jeweiligen Song empfinde, im Hörer wieder hervorzurufen. Dazu verpacke ich sie in kleine Geschichten, die Denkanstösse sein können... So passiert es zwar, dass ein und der selbe Song mal als Liebeslied gesehen wird und mal in Ver- Verbindung mit Schmerz und Trauer gebracht wird. Die Emotionen sind doch aber sehr dicht beieinander. Das finde ich sehr faszinierend. Ich denke, das würde nicht funktionieren, wenn ich einfach nur die Geschichten aufschreiben würde, die ich erlebt habe. Denn dabei empfinde ich selbst zwar sehr viel, aber für außenstehende ist es halt 'nur' eine fremde Geschichte...

Zeraphine und ihre Fans, ihr habt in Kürze eine grosse und treue Fangemeinschaft aufgebaut, weil ihr eine Band zum "Greifen" geblieben seit?
Nun, in erster Linie dürfte der Grund dafür zwar die Musik sein, aber unser Kontakt zu den Fans spielt mit Sicherheit auch eine grosse Rolle. Durch die Musik und die Texte begenben wir uns mit den Fans auf eine ganz spezielle Ebene, die auch keiner zerstören kann. Und es ist für uns sehr spannend, mit den Fans zu sprechen und zu mailen oder auch zu chatten. Uns interessieren die Geschichten der Leute und ihre Erlebnisse, die sie mit unseren Songs in Verbis?ndung bringen.
In der heutigen Zeit steht und fällt eine Band mit ihren Live-Auftritten.

Ihr seit eine mitreissende Live-Band, schon zu „Dreadful Shadows“–Zeiten, wie ich gelesen habe. Ist das ein wichtiger Punkt für Norman und dich, den ihr aus „alten Zeiten“, mit in die Band gebracht habt?
Ja, ganz bestimmt. Konzerte machen uns un- glaublich viel Spaß und das überträgt sich auch auf das Publikum. Das war früher so und mit Zeraphine ist es genauso. Hinzu kommt, dass alle in der Band wirklich gut zusammen passen und wir uns auch privat sehr gut verstehen. Insofern ist es für uns einfach das Grösste, gemeinsam
Musik zu machen.

Wie hat euch das Festival "Rock am Deich", am 29. Januar 05 gefallen?
Wir waren das erste Mal in Luxemburg. Das Fes-tival war leider nicht sehr üppig besucht, aber die anwesenden ca. 350 Zuschauer waren grossartig. Auch die anderen Bands waren toll und für mich ziemlich spannend, inmitten meiner alten Helden, wie And Also The Trees und Clan Of Xymox zu spielen, die ich seit den 80ern verfolge. Wir hatten allerdings ein Handicap. Unser Drummer Marcellus hat sich 2 Tage vor dem Festival eine sehr starke Grippe eingefangen und wir hätten beinahe absagen müssen. Glücklicherweise haben wir einen befreundeten Drummer gefun-den, der eingesprungen ist, obwohl er die Songs vorher nicht kannte. Das hieß 2 Tage lang Hardcore- Proben, aber es hat alles gut geklappt. Leider reichten die 2 Proben- Tage nur 15 Songs einzustudieres?n und so konnten wir keine Zugaben geben...

Wie wichtig ist das Internet mit all seinen Vor- und Nachteilen für eure Musik?

Für die Kommunikation mit den Fans und auch für die Verbreitung von Informationen ist es nicht mehr wegzudenken. Sorgen machen mir illegale Musik- Downloads. Aber ein wirklicher Fan (egal von welcher Band oder Musikrichtung) weiß, dass eine Band Alben verkaufen muss, damit sie weiter welche produzieren kann und kauft sich das Album. Es ist doch auch besser, etwas echtes in der Hand zu halten. Ich nutze manchmal legale (bezahlte) Downloads, um Sachen, die ich nur auf Vinyl habe, dann auch mal auf CD zu besitzen, damit ich's im Auto hören kann.
Am 6.2.05 seit ihr das erste Mal auf Sen- dung mit Zeraphine Radio, auf eurer HP findet man zudem einen „live stream“. Was für eine Idee steckt hinter Zeraphine Radio?
Die Idee entstand, als wir von einer Probe nach Hause gefahren sind und im Auto verschiedene Radiosender, auf denen überall das Gleiche dudelte, durchgeschaltet haben. Da kam spontan der Satz "eigentlich müssten wir mal eine Radiosendung machen." Nun gibt es in Berlin den 'Offenen Kanal', der es jedem Berliner Bürger erlaubt, seinen Blödsinn unter die Leute zu bringen. Dahin haben wir uns gewandt und alles war ganz problemlos. Mit der Sendung wollen wir unseren Fans die Möglichkeit geben, uns noch etwas besser kennen zu lernen. So z.B. unsere ersten musikalischen Gehversuche, aber auch Bands vorzustellen, die uns früher oder jetzt beeinflusst haben. Und wir wollen unbekannteren Bands die wir gut finden ein kleis?nes Podium bieten, indem wir sie den Hörern vorstellen. Wir bekommen immer viele CDs von Bands zuge-schickt, die mit uns auf Tour gehen wollen. Das ist natürlich immer schwierig, aber es ist doch oft wirklich gutes Material dabei und es wäre schade, wenn davon niemand erfährt. Ausserdem wollen wir auf Festivals ev. andere Bands interviewen und die Ergebnisse dann in der Sendung präsen-tieren. Mal schauen, was uns noch so einfällt.

Ihr seit alle sehr vielseitige Musiker/Men-schen, wo/wie findest Du deinen Ausgleich im Leben?
Der eigentliche Ausgleich ist meine Familie und der Hund. Ansonsten ist aber das Musikerleben so vielseitig, dass es eh nie langweilig wird. Es gibt immer etwas zu tun, das nichts mit Musik zu tun hat. Teilweise sind das unschöne Sachen, wie Buchhaltung, dann aber auch viele organisato-rische Sachen oder auch die Gestaltung der Web-
site oder eben auch die Radiosendung.

Euer neuestes Album ist kürzlich rausge-kommen, wofür steht „Blind Camera“?

Diese Metapher steht für den Moment, in dem man eine Sache betrachtet und darüber urteilt, sich aber nicht im Klaren ist, dass man nur einen bestimmten Ausschnitt dieser Sache sieht. Dieser Moment der nicht erkannten 'ganzen Wahrheit' taucht häufig in den Songs auf und so fanden wir
diesen Titel am passendsten.

Die musikalische Vorarbeit ist auf einem Bauernhof im Spreewald entstanden wie beim letzten Album, warum?

Wir sind dort sehr abgeschieden und können uns voll und ganz auf die Musik kos?nzentrieren. Ohne dass das Telefon klingelt, ohne dass jemand schnell mal weg muss, wie es zu Hause in Berlin ständig der Fall ist. Wir sind dort sehr kreativ und produktiv und die ganze Umgebung ist sehr inspirierend. Die Landschaft ist einfach wunderschön.

Seid ihr zufrieden mit dem Album, was sind die Highlights?
Wir sind sehr zufrieden mit dem Album. Es ist so geworden, wie wir es uns gewünscht haben. Für uns ist es das Beste, was wir jemals gemacht haben. Nun, die Highlights sind für mich speziell alle Songs, die DVD- Beilage und das Artwork.

Das neue Album beinhaltet auch wieder englische und deutsche Songtexte, Es gibt jedoch immer wieder Diskussionen um die Sprache, ist diese Kritik deiner Meinung nach berechtigt?
Im Prinzip ist jede Kritik berechtigt. In dieser Frage achte ich allerdings lediglich darauf, was der jeweilige Song 'verlangt'. Zum einen passt Englisch besser, zum anderen eben Deutsch. Ich empfinde beider Sprachen als sehr verschieden in ihren Ausdrucksmöglichkeiten und das macht es für mich interessant, beide zu benutzen. Natür-lich kommt es vor, dass dem einen die deutschen Sachen mehr gefallen, als die englischen. Bei einem anderen ist es dann anders herum. Ich denke aber die meisten können meinen Ansatz nachvollziehen und beschäftigen sich gleicher- massen mit den deutschen und den englischen
Songs.

Wie gehst du / die Band mit Kritik um, auch untereinander?
Wenn wir untereinander Kritik üben, dann immer sofort und direkt. Dadurch haben wir keine Probleme miteinander. wenn Kritik an uns hers?angetragen wird, schauen wir, ob sie subjektiv oder objektiv ist und ob es sich um etwas handelt, worüber wir noch nicht nachgedacht haben bzw. ob es ein Denkanstoss wäre. Am Ende schauen wir allerdings sowieso nur darauf, dass wir Entscheidungen treffen, mit denen wir uns 100%ig identifizieren können und mit denen wir uns wohl fühlen. Es gibt natürlich auch solche Art von Kritik, die aus einem Ego-Problem stammt, weil uns irgendwer irgendwelche Erfolge nicht gönnt. Sowas ignorieren wir ganz einfach.

Jedes Lied hat so seine Geschichte, von Idee, Text Instrumentierung bis zur Vollendung, erzählst du uns etwas über (mein Lieblingslied) I'm Numb?
I'm numb hab ich bereits im Januar 2004 geschrieben, als es darum ging, Material für die New Year's Day Single zu sammeln. Ich hab ihn so geschrieben, wie er jetzt auf dem Album ist. Da wir alle den Song sehr mochten und demzufolge nicht wollten, dass er auf die Single kommt, aber später nicht mehr auf das Album, haben wir für die besagte Single eine Acoustic-Version daraus gemacht. Das war schon merkwürdig, zuerst eine Version des Songs zu produzieren und erst ein halbes Jahr später die eigentliche Version...

Die Limited Edition von "Blind Camera" enthält eine Bonus-DVD, was ist da genau zu sehen/hören?
Eigentlich ist es ein langes Interview mit Zeraphine, in dem alle möglichen Themen aufkommen. So z.B. die HIM- Tour, die Album Produktion, die Phase auf dem Bauernhof und Statements zum Album. Das ganze ist durchsetzt von privat gefilmtem Material. Letztendlich ist es ein gans?z guter und amüsanter ca. 45- minütiger Blick hinter die Kulissen von Zeraphine. Die 3 Videoclips sind natürlich auch enthalten.

Die bevorstehende Tour führt euch durch Deutschland, wann wird man Zeraphine in der Schweiz hören können?
Unsere Agentur ist bemüht, für das spätere Frühjahr einige Konzerte in Österreich und der Schweiz zu organisieren. Wir hoffen sehr, dass
das klappt.

Du legst auch ab und an in Clubs auf, eine weitere Passion?

Ja, das macht mir sehr grossen Spass.

Eine meiner nächsten Interviewpartner werden Cell Division sein. Ich hab gelesen, dass die neue Single "Dirge of the Doomed" mit einem DJ Remix von Zeraphine versehen ist. Wie kam es dazu?

Nun, wir kennen uns schon länger und ich schätze die Band und deren Musik sehr. Ich hab auch schon einen Remix für die letzte Single gemacht und auch am Album "Tsunami" mitgearbeitet. Cell Division machen sehr schöne Musik und es sind einfach wirklich nette Leute. Da muss man mich nicht lange bitten...

Du darfst nun die Erste Frage an meine neu- en Interview Partner richten; Cell Division

Hallo Ihr ! Ich weiß, dass Ihr zu Eurer neuen Single 'Dirge for the doomed' ein Video in Berlin gedreht habt. Leider habe ich es bislang noch nicht sehen können und so würde es mich interessieren, wovon es handelt und welche Stimmung es transportiert.

Herzlichen Dank für die Beantwortung meiner Fragen. Wir wünschen eus?ch eine gute Tour...

Brigitte Zurbriggen


Diskograpie:

Kalte Sonne 2000
Traumaworld 2003
Blind Camera 2005


Weitere Infos und "Life Stream" unter
www.zeraphine.de

Fanpage: www.zeraphine.net

Label: www.drakkar.de


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