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Das diesjährige Rock oz’Arènes-Festival im wunderschönen Amphitheater von Avenches wurde dieses Jahr von den britischen Ausnahmekönnern Radiohead eröffnet.

Bereits mit ihrem ersten Song „There There“ zeigte die Band warum sie seit Jahren in die höchste Liga der Musikzunft einzugliedern ist. Ausser Sänger Thom E. Yorke und Bassist Colin Greenwood trommelten die anderen drei Mitglieder wie wild im Takt und verwandelten den sonst eher elektronisch-nüchternen Song in ein Rhythmus-Monster. Was für ein Auftakt, wenn man bedenkt, dass Radiohead in der jüngsten Vergangenheit sich eher dem elektronisch-minimalistischen Sound zugewendet haben. Doch an diesem Abend zeichneten sich Radiohead vor allem durch die ausgewogene Setlist aus. Neuem folgte Altes, Rocksongs ergänzten sich optimal mit melancholisch gespielten Balladen und auch elektronische Tüftlereien hatten ihren Platz im Programm.
Trotz einiger technischen Schwierigkeiten zu Beginn –„My Iron Lung“ mussten sie kurz vor Ende des Songs unterbrechen- schafften es Radiohead, den Spannungsbogen das ganze Konzert lang enorm hoch zu halten. Dank Hits wie „Karma Police“, „Paranoid Android“ und „Street Spirit (Fade Out)“ vermochte die Band manchem Zuschauer ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und selbst bei komplexeren Stücken wie etwa dem „Pyramid Song“ konnte sich kaum einer im Publikum der Dynamik der Band entziehen. Die Stimmung des Publikums wechselte oft innerhalb weniger Sekunden von Staunen zu Euphorie.
Die Band selbst wechselte von Song zu Song ihre Instrumentierung und scheinbar auch die Stimmung. Allen voran Sänger Thom Yorke gelang es, die unterschiedlichen Gefühle der Songs rüberzubringen. Mal zappelte er wie wild auf der Bühne herum, beschwor die Welt zum Guten, mal stand er mit geschlossenen Augen vor seinem Mikrofon und konzentrierte sich auf sein Inneres. Und genau so wandelbar wie sein Temperament war auch seine Stimme. Bei den Rocksongs fest und entschlossen, klang sein Gesang in den ruhigen Balladen zerbrechlich und voller Gefühl.
Unterstützt von einer vorzüglichen Lichtshow und dem wunderbaren Panorama des Amphitheaters entstand so manch magischer Moment, und man wünschte sich, dass das Konzert noch lange andauern würde. Doch nach zwei Stunden Spielzeit und fünf Zugaben blieb den 8'000 Zuschauern nur das Gefühl, an etwas wirklich Speziellem teilgehabt zu haben. Radiohead in Avenches: das war ein gelungenes Konzert voller Höhepunkte in einem wunderbaren Ambiente. Rock oz’Arènes in Avenches – jedes Jahr wieder ein Hochgenuss mit abwechslungsreichem Programm, einmaliger Stimmung und extrem guter Soundqualität - für Festival-Liebhaber wärmstens zu empfehlen.

Raffael Brina

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